Einführende Darlegungen von Prof. Paul P. Unschuld zur Eröffnung des Rothenburger TCM Kongreß 2015

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

vor nun genau 100 Jahren erlitt China eine der wohl traumatisierendsten Demütigungen in seiner langen Geschichte. Japan sah sich in der Lage, der jungen Republik China einen Katalog von 21 Forderungen zu stellen, deren Erfüllung einer Unterwerfung Chinas gleichgekommen wäre.

Diese Demütigung war nur eines der Anzeichen für den desolaten Zustand Chinas. China war weder technologisch noch kulturell in der Lage, sich gegen die zunehmenden Souveränitätsverluste an die westlichen Mächte, an Russland und nun auch gegenüber an einen asiatischen Nachbarn zu erwehren. Ein Großteil der Intellektuellen und dann auch die politische Führung mussten einsehen, dass China nur dann eine Chance hatte, als unabhängiger Staat zu überleben und vielleicht in ferner Zukunft wieder einmal ein starkes „Reich der Mitte“ zu werden, wenn man sich die Fähigkeiten der Eindringling aneignete, die deren Übermacht zu Grunde lagen.

Warum erinnere ich hier an diese Erfahrungen Chinas. Die Mehrzahl der für das Schicksal des Landes Verantwortlichen konnte sich der Erkenntnis nicht länger verschließen, dass man nicht irgendwelche einzelnen, nützlichen Elemente aus der westlichen Kultur herauslösen und im Kampf gegen die Eindringlinge einsetzen konnte. Es begann ein Lernprozess, der in unseren Tagen zwar noch nicht zum Abschluss gekommen ist, der aber bereits deutliche Erfolge zeigt. China ist wieder ein weltweit mächtiges Land und strebt der alten Vormachtstellung in Ostasien und vielleicht auch darüber hinaus zu. Um das Ziel zu erreichen, hat China seit nun 100 Jahren ein Programm aufgelegt, vom Westen zu lernen, einschließlich der westlichen Medizin, und auch das gesamte Kulturpaket zu erwerben, das diese westliche Medizin hervorgebracht hat und in das diese westliche Medizin eingebunden ist.

Herz und Nieren harmonisieren: Feuer und Wasser verbinden mit Qi Gong Meditation von 10 Minuten

Gabriel Stux

Mit dem Qi Gong beginnt man im Herz Raum mit tiefen ruhigen Atemzügen. Die Einatmung wird zunächst betont. Die Hände gehen zum Sternum, dem Brustbein, wo sie zart aufliegen. Nach 2 bis 3 Minuten gehen die Hände in einen kleinen Qi Gong Kreis, 2 bis 5 cm vor das Sternum, auch die Aufmerksamkeit und die fokussierte Atmung geht in diesen Kreis.

Nach 2 bis 3 Minuten weitet man diesen kleinen  Kreis langsam aus zu einem  Durchmesser von 10 bis 15 cm … nach weiteren 2 bis 3 Minuten zu einem  großen Kreis von 30 bis 50 cm. Hier verweilt die Aufmerksamkeit und die ruhige tiefe Atmung für weitere 5 Minuten.

Auf das Herz fokussierte Atem und Meditationsübungen harmonisieren das Herz. Es kommt langsam zur Ausweitung des Herzraumes. So geht mit kontinuierlichem Üben die Lebensenergie Qi mit dem Atem und mit langsam fließenden Bewegungen der Hände zum Herz Raum. Es lösen sich Blockaden langsam von selbst und die Bewegungen des Qi werden wahrgenommen. Ein intensives Gefühl von Entspannung und innerer Gelöstheit stellt sich ein. Das Ziel ist die Harmonisierung und Anregung der Lebensenergie. Qi Gong ist das sanfte, langsame Üben des Qi, eine Methode die „Lebenskräfte zu kultivieren“.

Hände Heilen, heilendes Herz, heilendes Bewußtsein

Healing Hands, Healing Heart 

Gabriel Stux

Neben dem Herzen, der Quelle für Mitgefühl, der Kehle mit der Sprache sind die Hände die wichtigste Quelle für heilende Lebensenergie und so für beste Gesundheit. Die Hände sind eine essentielle Quelle für nachhaltiges, wirksames Heilen, das sich in stabiler Gesundheit zeigt. Hände massieren angespannte Muskel und Sehnen. Hände setzen Nadeln mit Energie und drehen sie zur Stimulation.

Wirkliches Heilen ist dauerhaft und anhaltend. Dauerhaftes Beseitigen von Erkrankungen ist das Wesen von Energien-Heilen, sie steht im Mittelpunkt der Chinesischen Medizin und auch der indischen Medizin.

Heilende Hände 

Hände halten, diagnostizieren, Hände stützen, nähren; Sie wärmen und  können oft auch heilen. Wenn Eltern die Hand auf die Schulter ihrer Kinder legen bestärkt dies die Aktivität, die Motivation. Es hilft Kindern aktiv zu werden, etwas Neues zu unternehmen.

Wenn man einem kleinen Kindern die Hand auf die Rücken legt oder zwischen den Schulterblätter stärkt man das aktive Yang und wenn dies die Mutter oder der Vater oder ein Lehrer tut, hat dies eine ganz besondere Wirkung.

Stärken der Mitte des Milz-Pankreas, Bu Zong

Die Mitte also die Erde Milz-Pankreas stärken,  Bu Zong  ist ein weiteres essentielles Therapieprinzip um die Wirksamkeit der Akupunkturtherapie zu optimieren.

Man beginnt mit Akupunktur der sehr wichtigen Punkte im Oberbauch:
Ren 12  und Ma. 21 sowie Le. 13
auch Moxibustion ist bei starker Schwäche indiziert.

Daneben die wichtigen stärkenden Fernpunkte Ma. 36  MP. 3 der Yuan-Punkt und MP. 6 Sanyinjiao der Treffpunkt von Milz-Pankreas, Niere und Leber!  Auch hier ist Moxibustion bei starker Schwäche indiziert.

Leber beruhigen und harmonisieren

Gabriel Stux

Zusammenfassung: 30 Modalitäten zur Intensivierung der Akupunktur Wirkungen aus 30 Jahren täglicher Akupunktur Praxis. 

Die Intensivierung der Akupunkturanwendung erfolgt mit zusätzlichen Modalitäten wie Atemtherapie, Qi Gong, Akupressur, Moxibustion oder Meditation. Diese Methoden begleiten die übliche Akupunktur und unterstützen sie wirkungsvoll. Weitere Informationen sind  im Newsletter von www.akupunktur-aktuell.de zu finden.

Leber beruhigen und harmonisieren – Pacify the Liver

Bei Leber Füllestörungen „schießt die Leber quer“. Mit zuviel Yang-Energie greift die Leber den Magen an, „Magen-Feuer“ mit Sodbrennen ist die Folge dieser Magen Fülle-Störung. Auch die Milz Pankreas Verdauungs-Energien können stark betroffen sein. Schwächestörungen des Milz-Pankreas sind die Folge mit unzureichender Verdauung der Nahrung, mit Blähbeschwerden und Bauchschmerzen.

Aus der Milz Pankreas Schwäche resultieren also weitere Füllestörungen der Därme: das Bild des Irritablen Colon mit Schwäche oder Fülle auf dem Boden einer Dünndarm- oder Dickdarm-Stagnation. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind chronische Füllestörungen Dünn- oder Dickdarm, die aber auf Schwächestörungen des Milz-Pankreas beruhen. Leber Füllestörungen mit zuviel Yang-Energie ist oft auch eine Ursache.

Wenn die Milz-Schwäche chronisch wird, ohne entsprechende Behandlungen, treten vielfältige Allergien wie Heuschnupfen oder Asthma bronchiale auf, da die Milz als Mutter der Lunge eine chronische Inbalance beider Organe bewirkt.

Das chinesische Therapieprinzip ist eindeutig primär: Leber Yang harmonisieren bzw. beruhigen – „pacifying the liver“. Dazu dienen zahlreiche sehr wirksame Punkte wie  Le. 14, Le. 3 und Gb. 34. Bei Feuerstörungen sind auch Le. 2 und Ma. 44 indiziert. Alle diese hoch wirksamen Punkte werden kräftig stimuliert und beruhigen das überschießende Yang bzw. das Feuer und fördern auch das freie Fließen des Leber Qi.